Praxisbeispiele

Wie nachhaltige Finanzierung im Alltag aussehen kann, zeigt sich am besten in der Praxis. NAFIM arbeitet mit mittelständischen Unternehmen zusammen, die ihre Erfahrungen teilen und Einblicke in ihre Entscheidungen geben. Manche Betriebe beginnen mit einzelnen Maßnahmen, andere gehen weiter und verändern ganze Prozesse. Was möglich ist, hängt immer vom jeweiligen Betrieb ab.

Die Praxisbeispiele zeigen, wo Ansatzpunkte liegen – und dass es nicht den einen richtigen Weg gibt, die Transformation zu gestalten, sondern viele gute.

Ein Steinmetz steht in seiner Werkstatt neben einem roh bearbeiteten Grabstein aus rotem Granit. Um ihn herum liegen Werkzeuge, Steinblöcke und Maschinen zur Bearbeitung von Naturstein.

„Gegründet wurde unser Betrieb 1972 – vor über 50 Jahren – von meinem Lehrmeister hier in Hamburg-Bramfeld. Seit inzwischen 35 Jahren bin ich dem Unternehmen treu verbunden, und seit 2006 führen wir den Betrieb in eigener Verantwortung weiter. Nachhaltigkeit ist für uns kein Trend, sondern Überzeugung.”

Steinmetzbetrieb Gerhard Gloge e.K. Inh. Marc Behncke

Nachhaltigkeit ist für den Steinmetzbetrieb Gerhard Gloge e.K. Inh. Marc Behncke kein Trend, sondern eine gewachsene Überzeugung. Für Großmaschinen und in der Werkstatt wird seit Jahren Regenwasser genutzt. Seit 2022 produziert der Betrieb klimaneutral mit Strom aus einer eigenen Photovoltaikanlage, Heizung und Warmwasser werden über eine Wärmepumpe bereitgestellt. Der Fuhrpark ist vollständig auf Elektromobilität umgestellt.

Auch bei Arbeiten vor Ort kommt kein fossiler Strom mehr zum Einsatz: Verwendet wird selbst erzeugter Solarstrom, der in einem Akku gespeichert wird. Die importierten Natursteine stammen aus zertifizierten Steinbrüchen, zudem werden seit vielen Jahren Grabsteine recycelt, aufgearbeitet und erneut einer würdevollen Nutzung zugeführt. Der Betrieb ist zudem UmweltPartner Hamburg.

Drei Männer stehen lächelnd in einer Holzwerkstatt hinter einer Werkbank mit Werkzeugen; vor ihnen liegen Hobel, Stechbeitel und Holzproben, im Hintergrund sind Regale, Werkbänke und Holzelemente zu sehen.

„Räume bestimmen mit, wie wir lernen und zusammenarbeiten. Deshalb bauen wir so, dass unsere Möbel lange genutzt werden können und dass wir Herkunft und Verarbeitung der Materialien guten Gewissens vertreten können.“

Die Elbtischler

Die Elbtischler haben sich auf den nachhaltigen Ausbau von Bildungsräumen und Einrichtungen spezialisiert. Sie planen und fertigen maßgeschneiderte Holzlösungen, von funktionalen Einbauten bis hin zu Spiel- und Bewegungslandschaften.

Als UmweltPartner Hamburg überprüft das Unternehmen regelmäßig die eigenen Abläufe: Der Energieverbrauch in der Werkstatt wird ebenso kritisch beleuchtet wie die Lieferketten. Die Elbtischler arbeiten mit Holz aus verantwortungsvoller Herkunft und setzen auf verbindliche Standards: Seit 2024 sind sie FSC®- und PEFC-zertifiziert. In der Werkstatt wird seit vielen Jahren Ökostrom genutzt, regionale Lieferketten haben Vorrang. Materialreste werden, wo immer möglich, weiterverwendet oder als Bastelmaterial zur Verfügung gestellt.

Zwei Personen stehen nebeneinander in einem modernen Innenraum; links eine Frau mit schulterlangem Haar, schwarzem Langarmshirt und Jeans vor einer grünen Wand, rechts ein Mann mit Brille, dunklem Pullover und beiger Hose vor einer Glastür; beide blicken lächelnd in die Kamera.

„Wenn wir Kunststoff ersetzen wollen, müssen Materialien von Grund auf neu gedacht werden. Mit traceless entwickeln wir fossilfreie Alternativen, die sich in bestehende industrielle Prozesse integrieren lassen und den Weg zu einer klimafreundlichen, zirkulären Industrie ebnen.“

traceless® materials

Das Hamburger BioökonomieScale-up traceless® entwickelt aus pflanzlichen Reststoffen ein biobasiertes, plastikfreies und kompostierbares Biomaterial als Alternative zu herkömmlichem Kunststoff. Produkte wie Pommesgabeln oder Verpackungen lassen sich nach Gebrauch vollständig kompostieren. Das Material lässt sich auf Standard-Verarbeitungsanlagen weiterverarbeiten und spart im Vergleich zu klassischen Kunststoffen bis zu 91 % CO₂ bei Produktion und Entsorgung ein. Seit der Gründung 2020 baut traceless Produktionskapazitäten auf, arbeitet an der Skalierung auf industriellen Maßstab und sorgt für regulatorische Absicherung, um das Material marktfähig zu machen.